STADA Gesundheitsreport: 82 Prozent der Europäer befürworten eine stärkere Rolle künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen
06. Juli 2026.
Der Gesundheitsreport 2026 der STADA-Gruppe zeigt eine europäische Gesundheitslandschaft, die durch das Zusammenspiel verschiedener Kräfte geprägt ist – Gesundheitssysteme unter dauerhaftem Druck, eine Bevölkerung, die befähigt ist, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen, und die schnelle Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) in die alltägliche persönliche Versorgung. Die diesjährige Studie zeigt, dass erstmals mehr als die Hälfte der Europäer diese Technologie bereits intensiv für gesundheitliche Zwecke nutzt.

Auf dem gesamten Kontinent hat sich die Zufriedenheit mit den Gesundheitssystemen nicht verbessert. Nur 56 Prozent der Menschen sind zufrieden; dies ist praktisch unverändert gegenüber den 58 Prozent, die im vergangenen Jahr verzeichnet wurden, und setzt den mehrjährigen Trend nach der Pandemie fort.



Als größte gesundheitliche Herausforderungen nennen 67 Prozent der Europäer den Mangel an medizinischem Fachpersonal und infolgedessen lange Wartelisten. Auch die Verfügbarkeit einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung ist gefährdet: 43 Prozent geben dies als ihre größte Sorge an – neben der alternden Bevölkerung, chronischen Gesundheitsproblemen (56 Prozent) und einer wachsenden Zahl von Menschen, die von psychischen Problemen betroffen sind (53 Prozent). Auf die Frage, was sie zuerst ändern würden, wenn sie Gesundheitsminister wären, würden ganze 58 Prozent der Europäer die Verringerung der Wartelisten durch eine bessere Verfügbarkeit von medizinischem Personal priorisieren, und 49 Prozent würden den Zugang zur hausärztlichen bzw. primären Versorgung verbessern.

Als Antwort auf diesen Druck übernehmen die Europäer eine aktivere Rolle im Management ihrer eigenen Gesundheit. Ganze 78 Prozent fühlen sich gut darauf vorbereitet, für sich selbst zu sorgen (in Serbien sagen 80 Prozent der Bürger dasselbe), und 94 Prozent der Europäer praktizieren Selbstbehandlung bei zumindest einigen gesundheitlichen Problemen. Die Mehrheit (85 Prozent) nutzt zudem ein oder mehrere Werkzeuge zur Überwachung ihrer Gesundheit – von Fitnessarmbändern bis zu Messgeräten für den Hausgebrauch.

Einsatz künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen: Im Einklang mit diesem wachsenden Bewusstsein und der stärkeren Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen ist künstliche Intelligenz in den Alltag übergegangen. Ganze 55 Prozent der Europäer nutzen sie derzeit im Zusammenhang mit ihrer Gesundheit, während 82 Prozent offen dafür sind, dass KI eine bestimmte Rolle in ihrer Versorgung übernimmt. Bürger Serbiens und Rumäniens (jeweils 74 Prozent) sind in Europa führend, wenn es um die Nutzung von KI Werkzeugen bei Gesundheitsfragen geht. Ein erheblicher Anteil der Europäer (43 Prozent) wäre sogar bereit, seine vollständigen Gesundheitsakten der künstlichen Intelligenz zur Verfügung zu stellen, um Diagnose, Prävention oder Behandlung zu verbessern, und 49 Prozent vertrauen bereits einer von künstlicher Intelligenz gestellten Diagnose oder wären bereit, sie zu akzeptieren.

„Die Diskussion über selbstbestimmte, eigenverantwortliche Patienten beschleunigt sich, und künstliche Intelligenz treibt diese Entwicklung in deutlich höherem Tempo voran“, erklärt Peter Goldschmidt, Generaldirektor der STADA Gruppe. „Europäer sind nicht mehr nur Patienten, die in der Warteschlange stehen. Sie sind aktive Mitgestalter, die persönliches Handeln, digitale Werkzeuge und professionelle Beratung zu etwas Neuem verbinden. Alle innerhalb des Gesundheitssektors werden sich anpassen und im Einklang mit diesen Veränderungen handeln müssen.“



Trotz KI behält Vertrauen ein menschliches Gesicht: Sind Ärzte und Apotheker angesichts des wachsenden Einflusses künstlicher Intelligenz in Gefahr, weniger relevant zu werden? Ganz im Gegenteil. Die Mehrheit der Europäer bezeichnet nicht nur ihre Hausärzte (77 Prozent) und Apotheker (57 Prozent) als wichtigsten Einflussfaktor bei gesundheitlichen Entscheidungen, sondern zieht auch eine klare Grenze bei der Einbindung von KI in die Versorgung. Am aufgeschlossensten sind sie gegenüber administrativen und überwachenden Aufgaben wie Terminvereinbarung und Nachverfolgung (50 Prozent), Protokollführung während Arztbesuchen und der Überwachung chronischer Erkrankungen (36 Prozent). Kurz gesagt: Künstliche Intelligenz ist als Gesundheitsassistent willkommen, doch die Europäer wünschen sich, dass Entscheidungen weiterhin von echten Menschen getroffen werden. Tatsächlich sind 38 Prozent ausdrücklich besorgt über eine abnehmende menschliche Interaktion in einem KI gesteuerten System, und 35 Prozent fürchten, dass die Qualität der Kommunikation mit medizinischem Fachpersonal sinken könnte.

Die Rolle der Gesundheitsfachkräfte entwickelt sich weiter: Entscheidend ist, dass die Europäer nicht wollen, dass sich Gesundheitsfachkräfte vor der heranrückenden künstlichen Intelligenz zurückziehen – sie wünschen sich vielmehr, dass diese mehr Verantwortung übernehmen. 41 Prozent der Europäer erwarten, dass sie mehr digitale und Fernkonsultationen anbieten, 30 Prozent erwarten, dass sie als vertrauenswürdige menschliche Ansprechpartner noch wichtiger werden, und 26 Prozent erwarten, dass sie als Berater und Übersetzer auftreten, die Patienten helfen, sich in der immer größeren Flut von Gesundheitsinformationen zurechtzufinden. Nur 20 Prozent glauben, dass die Bedeutung der Gesundheitsfachkräfte aufgrund künstlicher Intelligenz abnehmen wird. Mit anderen Worten: Künstliche Intelligenz verändert die Rolle der Gesundheitsfachkräfte, erweitert sie jedoch, statt sie zu verringern.



Die Ergebnisse des Gesundheitsreports 2026 der STADA Gruppe beschreiben eine gesundheitliche Realität, in der selbstbestimmte Patienten, digitale Werkzeuge und menschliche Expertise keine getrennten Welten mehr sind.

„Zu den vielen klaren Erkenntnissen dieses Reports gehört, dass dieser Wandel keine vorübergehende Lösung für ein überlastetes System ist, sondern selbst zum Modell wird“, schließt Peter Goldschmidt. „Selbst unter denjenigen, die für künstliche Intelligenz am aufgeschlossensten sind, besteht der Wunsch nach Unterstützung – nicht nach Ersatz. Apotheken sind eine der zugänglichsten und zuverlässigsten Anlaufstellen, die die meisten Europäer in ihrem Gesundheitssystem haben. Die Frage ist nicht, ob sie sich verändern werden, sondern wie sie sich zu Zentren entwickeln, die menschliche Expertise mit der Geschwindigkeit und Reichweite digitaler Werkzeuge verbinden.“

Der Gesundheitsreport der STADA Gruppe ist eine unabhängige, repräsentative Online Studie, die im Auftrag der STADA Gruppe von Human8 im Februar und März 2026 durchgeführt wurde. Grundlage ist eine Stichprobe von fast 20.000 Befragten aus Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, Kasachstan, Litauen, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Spanien, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und Usbekistan.