Serbien führt neuen Organspendeausweis ein
08. Juni 2026.
Anlässlich des Nationalen Organspendetages am 6. Juni führt Serbien einen neuen Organspendeausweis ein. Dies ist Teil der Bemühungen, das Leben möglichst vieler Menschen zu retten, für die eine Organtransplantation die einzige Überlebenschance darstellt.

Die Einführung des neuen Organspendeausweises erfolgt nach der Verabschiedung von Änderungen und Ergänzungen des Gesetzes über die Transplantation menschlicher Organe durch die serbische Regierung. Die neuen Bestimmungen regeln präzise alle wichtigen Fragen, mit denen Bürgerinnen und Bürger bei der Entscheidung konfrontiert sind, ob sie Organ- und Gewebespender werden möchten oder nicht.

Ivana Stašević Karličić, Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, erklärte, dass die Regierung gesetzliche Regelungen verabschiedet hat, die jedem Menschen die Möglichkeit bieten, zu Lebzeiten zu erklären, ob er nach dem Tod seine Organe spenden möchte oder nicht. Entsprechend dieser Entscheidung erfolgt die Eintragung in das Spenderregister bzw. in das Register der Personen, die einer Organspende widersprechen.

„Diese Neuregelungen bieten den Bürgern eine größere Rechtssicherheit und dem Gesundheitssystem einen klareren Handlungsrahmen. Dies ist besonders wichtig in einem Bereich, in dem das Vertrauen der Öffentlichkeit darüber entscheidet, ob mehr Menschen eine Chance auf Leben erhalten. Wir sind auf einem guten Weg, da die Zahl der Personen auf der Warteliste in den Jahren 2025 und 2026 von 1.700 auf 1.228 gesenkt werden konnte. Diese Zahl muss weiter reduziert werden. Unser festes Ziel bleibt es, die Zahl der tatsächlichen Spender und der realisierten Transplantationen von Jahr zu Jahr zu steigern. Dies ist unsere Verantwortung und Verpflichtung gegenüber all jenen, für die eine Organtransplantation die einzige Chance auf Heilung ist. Es liegt in der Verantwortung des Gesundheitssystems, der Institutionen und der gesamten Gesellschaft, und es ist ein Ziel, an dem wir konsequent festhalten müssen“, betonte Staatssekretärin Prof. Dr. Ivana Stašević Karličić und rief die Abgeordneten des serbischen Parlaments auf, die Änderungen des Gesetzes über die Transplantation menschlicher Organe zu unterstützen.



Zehn Jahre der Kampagne „Der wichtigste Anruf im Leben“ haben gezeigt, dass große gesellschaftliche Veränderungen nicht von selbst geschehen. Sie erfordern Vertrauen, Ausdauer und eine Partnerschaft zwischen dem Staat, dem Gesundheitssystem, den Patienten, den Familien und Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft bewusst sind, sagte Ronald Seeliger, Generaldirektor der Hemofarm-Gruppe.



„Als Unternehmen, das sich seit mehr als sechs Jahrzehnten um die Gesundheit der Menschen sorgt, sind wir davon überzeugt, dass eine Organspende eine Frage der Verantwortung und der Humanität ist. Es ist eine Entscheidung, mit der eine Gesellschaft zeigt, wie bereit sie ist, für das Leben jedes einzelnen Menschen zu sorgen. Als Einzelner glaube ich fest daran, dass jeder von uns einen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft leisten kann. Als jemand, der bereits in Deutschland einen Organspendeausweis unterzeichnet hat, nehme ich mir die Freiheit heraus, auch andere dazu aufzurufen“, erklärte Seeliger.

Der Nationale Organspendetag wurde im Rahmen der Kampagne „Der wichtigste Anruf im Leben“ etabliert, die 2016 gemeinsam vom Gesundheitsministerium der Republik Serbien, der Hemofarm-Gruppe und der Hemofarm-Stiftung sowie verschiedenen Patientenvereinigungen gestartet wurde. Ziel der Kampagne ist es, die Zahl der Spender und Transplantationen zu erhöhen, eine entsprechende Gesetzgebung zu verabschieden und die Mitgliedschaft Serbiens bei Eurotransplant zu erreichen. Zehn Jahre später ist die Zahl der Spender und Transplantationen gestiegen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden geschaffen, dennoch liegt Serbien weltweit weiterhin auf den hinteren Plätzen bei der Anzahl der durchgeführten Transplantationen. Auf den wichtigsten Anruf warten nach wie vor 1.228 Menschen voller Ungewissheit.

Nach Angaben der Direktion für Biomedizin des Gesundheitsministeriums der Republik Serbien wurde seit dem Beginn des Jahres bis heute bei 71 Patienten eine Transplantation durchgeführt.