Die psychische Gesundheit der Europäer unter immer größerem Druck
27. Januar 2026.
Die psychische Gesundheit wird zu einer der zentralen gesundheitlichen Herausforderungen der modernen Gesellschaft in Europa, wie der STADA-Gesundheitsbericht 2025 zeigt. Obwohl das Bewusstsein für psychische Gesundheit zunimmt, bleibt die Unterstützung für Millionen von Bürgern weiterhin unzugänglich, und digitale Gewohnheiten verkomplizieren den alltäglichen Stress zusätzlich. Laut den Forschungsergebnissen bewerten 64 % der Europäer ihre psychische Gesundheit als „gut“, was eine Fortsetzung des leichten, aber stetigen Rückgangs im Vergleich zu den Vorjahren darstellt (65 % im Jahr 2024 und 67 % im Jahr 2023). Gleichzeitig haben 36 % der Bürger Probleme mit der psychischen Gesundheit, und 9 % bewerten sie als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Die Hauptauslöser von Stress sind tief im Alltag verwurzelt, wobei sich finanzielle Sorgen (26 %) und Stress am Arbeitsplatz (24 %) als dominierende Faktoren herauskristallisieren. Serbien liegt mit 74 % der Bürger, die ihre psychische Gesundheit als gut bewerten, unter den ersten fünf europäischen Ländern, Seite an Seite mit der Schweiz, und direkt hinter Rumänien (84 %) und Bulgarien (80 %).

Nur 17 % der Europäer suchen professionelle Hilfe

Die Hälfte der Europäer versucht, die Herausforderungen der psychischen Gesundheit selbstständig zu bewältigen. Die häufigsten Methoden sind Zeit mit Familie und Freunden (27 %) und körperliche Aktivität (17 %). Dennoch nutzen nur 17 % der europäischen Bürger eine Form professioneller oder strukturierter Unterstützung: Therapie, digitale Anwendungen oder die Arbeit mit Fachleuten. Mehr als 31 % der Bürger unternehmen nichts für ihre psychische Gesundheit. Als Hauptgründe nennen sie die Unwirksamkeit bestehender Lösungen, mangelnde Verfügbarkeit oder finanzielle Barrieren.

Burnout am Arbeitsplatz weiterhin auf hohem Niveau

Das Phänomen Burnout ist nach wie vor weit verbreitet: Ganze 66 % der Europäer geben an, Burnout am Arbeitsplatz erlebt zu haben, während sich 31 % derzeit in einem Zustand des Burnouts befinden oder kurz davor stehen. Die am stärksten betroffenen Gruppen sind Frauen (71 %) und junge Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren (75 %). Diese Daten weisen auf die dringende Notwendigkeit hin, Burnout am Arbeitsplatz als Zustand mit ernsthaften physiologischen Folgen anzuerkennen und gezielte Unterstützungslösungen zu entwickeln.

Was war noch mal Homeoffice?

Ganze 38 % der Europäer können derzeit teilweise oder vollständig von zu Hause aus arbeiten, während 58 % angeben, dass dies nicht möglich sei. Bürger Westeuropas und der skandinavischen Länder haben in größerem Maße die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten. Hier stechen die Bürger Großbritanniens (47 %), der Niederlande (45 %) und Irlands (43 %) hervor. Andererseits geben sogar 68 % der serbischen Bürger an, keine Möglichkeit zur Heimarbeit zu haben, dicht gefolgt von den Bürgern Ungarns (66 %), Tschechiens (65 %) und der Slowakei (62 %).

Serbiens Bürger sagen JA zum digitalen Detox

Die Untersuchung zeigt, dass digitale Gewohnheiten eine doppelte Wirkung haben, denn sie bieten Vernetzung, erhöhen aber den Stress, insbesondere unter jungen Menschen. Während 50 % der Europäer kein Interesse an einem digitalen Detox haben, erwägen 36 % von ihnen einen vorübergehenden Rückzug von sozialen Medien, um Fokus und Produktivität zu verbessern, mehr Zeit für die Familie zu haben, aber auch Stress und Angst zu reduzieren. Serbiens Bürger liegen bei der Bereitschaft zum digitalen Detox an der Spitze, direkt neben Iren und Bulgaren. Am wenigsten bereit sind Niederländer, Belgier und Franzosen. Frauen und junge Menschen zeigen das größte Interesse an einem digitalen Detox, während ältere Gruppen seltener das Bedürfnis verspüren, die Nutzung digitaler Plattformen zu reduzieren.

Generationsunterschiede immer ausgeprägter

Junge Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren spüren die Last wirtschaftlicher Herausforderungen, des Drucks am Arbeitsplatz und der übermäßigen Nutzung sozialer Medien am stärksten. Menschen über 55 Jahre sind hauptsächlich mit Einsamkeit und Gesundheitssorgen konfrontiert. Frauen sind deutlich stärker von Stress, Angst und dem mangelnden Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung betroffen.

Der STADA-Gesundheitsbericht 2025 weist auf eine deutliche Kluft zwischen dem wachsenden Bewusstsein für psychische Gesundheit und der Verfügbarkeit konkreter Unterstützung hin. Und während die Bürger zunehmend die Bedeutung der Sorge um das psychische Wohlbefinden erkennen, wird ohne systemische Lösungen – erschwingliche Versorgung, bessere Arbeitsbedingungen und gesündere digitale Gewohnheiten – eine dauerhafte Verbesserung nicht möglich sein. Ganzheitliche Lösungen, die psychische Gesundheit in den Lebensstil integrieren, insbesondere solche, die auf Frauen und jüngere Generationen ausgerichtet sind, stellen den Schlüssel zur Förderung des psychologischen Wohlbefindens in Europa dar.